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Stellungnahme zur Zerstörung von Stolpersteinen in Dresden in der Nacht vom 13./14. Juli 2014

Der Verein Stolpersteine für Dresden e.V. verurteilt die Zerstörung bzw. Beschädigung von zwei Stolpersteinen in der Dresdner Innenstadt scharf und bewertet diese als politisch motivierte Straftat: Die mutwillige Zerstörung von Erinnerungszeichen an Opfer des Nationalsozialismus ist für den Verein eine klare geschichtspolitische Positionierung und verweist auf das Bewusstsein des Täters oder der Täter. Zudem sind die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig immer auch ein Geschenk der Bürger - der Angehörigen und der Paten - an ihre Stadt. Die Zerstörung der beiden Stolpersteine ist damit auch ein Angriff auf die demokratische Erinnerungskultur Dresdens, der nicht zu tolerieren ist.

Der Verein Stolpersteine für Dresden e.V. hat, um die Ermittlungen von Polizei und Staatschutz nicht zu beeinträchtigen, die Veröffentlichung des Vorfalles einige Tage verzögert. Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise - wer hat die Zerstörung der Steine in der Nacht vom 13./14. Juli 2014 beobachtet oder kann zur Aufklärung der Straftat beitragen? Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei unter 0351-4832233 entgegen.

 

Zerstörung der beiden Stolpersteine

Stolpersteine für Dresden e. V.

 

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen STOLPERSTEINE in über 500 Orten Deutschlands, ebenso in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE... Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch. Seit 2009 gedenkt auch Dresden mit Stolpersteinen seiner verfolgten Mitbürger. Weitere „Stolpersteine“ werden in Dresden in den kommenden Monaten und Jahren folgen und die Erinnerung an NS-Verfolgte wieder ins Gedächtnis rufen und wach halten.

Um das Projekt fortzuführen ist weiterhin die Hilfe vieler Menschen nötig: Jeder Stolperstein braucht einen Paten. Privatpersonen oder Vereine, Stiftung, Parteien etc. können das für die Herstellung und Verlegung nötige Geld spenden. In die Messingtafel des Steins werden dann die Worte „Hier wohnte“ und darunter Name, Jahrgang und Schicksal der betreffenden Person eingestanzt. Solcherart unauslöschlich gemacht, erinnert die Schrift dauerhaft an Verfolgte des Nazi-Regimes, die aufgrund ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung oder politischen Gesinnung ihr Leben verloren. Für 120 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines STOLPERSTEINS übernehmen.

Anfragen richten Sie bitte an unseren Verein unter info@stolpersteine-dresden.de.

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